Kita leistet Beitrag zum Klimaschutz

Kita Entdeckerland in Viernheim leistet Beitrag zum Klimaschutz

12. Februar 2020

Kita-Plätze sind vielerorts immer noch Mangelware, auch im Rhein-Neckar-Gebiet. Um dem dringenden Bedarf in Sachen Kinderbetreuung entgegenzukommen, hat die Stadt Viernheim auf einem Grundstück in der Walter-Gropius-Allee eine fünfgruppige Kindertagesstätte in ALHO Modulbauweise realisiert. Nomen est Omen? Walter Gropius, Gründer der weltbekannten Kunstschule Bauhaus, setzte sich bereits vor über 100 Jahren dafür ein, das serielle Bauen zu etablieren. Qualitätsvolles, wirtschaftliches Bauen in möglichst kurzer Zeit – mit diesen damals bahnbrechenden Attributen charakterisiert sich die moderne Modulbauweise auch heute noch. Auch beim Bau der neuen Kita in Viernheim kam es auf Schnelligkeit und Qualität an.

Mit der Entscheidung zur Modulbauweise hat sich die Stadt Viernheim beim Bau der neuen Kita „Entdeckerland“ für ein Bauwerk entschieden, das für Qualität, Funktionalität und Sachlichkeit steht. Ein Wertekanon der beim modularen Bauen, heute wie vor hundert Jahren, im Vordergrund steht. Mit Modulbauweise kann Architektur industrialisierter, effizienter und – dank der präzisen Vorfertigung im Werk – auch qualitätsvoller realisiert werden. Die hohe, qualitätsgeprüfte Qualität der ALHO-Modulbauweise spart dabei bis zu 70% der Bauzeit und den Kommunen bares Geld. Und doch sind Modulgebäude individuell entworfene und auf die jeweilige Aufgabe zugeschnittene Bauten, bei denen jedoch auf Systemgutachten, Typenstatiken und bewährte Standard-Details zurückgegriffen werden kann. Dies vereinfacht und beschleunigt den weiteren Planungs- und Genehmigungsprozess deutlich und sichert ihn qualitativ ab.
 

Schnelle Lösungen für kommunale Bauherren


Kommunale Bauherren wie die Stadt Viernheim stehen gerade im Bildungs- und Betreuungsbereich inzwischen unter enormen Druck und müssen neue Schulen und Kitas in sehr kurzer Zeit errichten. Politik und Auftraggeber erkennen immer häufiger, dass das modulare Bauen eine zukunftsweisende Alternative zur konventionellen Bauweise ist.

„Wir hatten zuvor noch keine Erfahrung mit der Modulbauweise. Insofern starteten wir das Bauvorhaben mit einer gewissen Spannung“, erinnert sich Yvonne Meyer-Blankenburg, Architektin bei der Stadt Viernheim und von Bauherrenseite aus verantwortlich für das Projekt. „Für die Realisierung kam nur ein begrenzter Kreis von Modulbau-Anbietern in Frage. ALHO war schließlich das einzige Unternehmen, das alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllen konnte.“ Und zwar lieferte das Unternehmen nicht nur die 22 präzise im Werk vorgefertigten Module für den eingeschossigen rund 1.000 qm umfassenden Neubau, sondern auch die technische Planung und Ausarbeitung des Entwurfs, der als Systemgrundriss von Yvonne Meyer-Blankenburg erarbeitet wurde und Bestandteil des Leistungsprogramms war.

Lediglich drei Tage dauerte die Montage der Raummodule vor Ort, dann konnte sofort mit dem Ausbau der Kindertagesstätte begonnen werden. „Die reibungslose Zusammenarbeit mit ALHO war geprägt von fortlaufender Kommunikation, großem Entgegenkommen bei der Umsetzung unserer Wünsche und einer termingerechten Fertigstellung des Gebäudes. Und das war uns besonders wichtig“, berichtet die Architektin. Im Oktober 2018 konnten die 115 Kinder und 18 Erzieher das Gebäude fristgerecht beziehen.
 

Emissionsfreie Materialien, effizienter Betrieb


„Beim Innenausbau waren uns natürliche, emissionsfreie und haptisch angenehme Materialien wichtig, die dem Kindergartenalltag standhalten“, erklärt die Architektin. Außerdem wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass der Neubau hohen Energieeffizienzstandards entspricht und die Kindertagesstätte Entdeckerland mit ihrem Strom- und Wärmeverbrauch nicht zum Klimawandel beiträgt.

Energetisch kommen beim Modulbau zunächst die positiven Eigenschaften der eingesetzten Leichtbaukonstruktionen zum Tragen, die bei schlanken Bauteilquerschnitten hoch wärmedämmende Konstruktionen ermöglichen.

Auf dem Dach des „Entdeckerlandes“ befindet sich eine Photovoltaikanlage, die jährlich rund 70.000kWh regenerativen Strom erzeugt. Diese Energie reicht aus, um bilanziell den gesamten Strom- und Wärmebedarf der Kita zu decken. Ein Pellet-Brennwertkessel versorgt die Fußbodenheizung nahezu klimaneutral mit Wärme. Außerhalb der Heizperiode wird keine Energie für eine aktive Klimatisierung eingesetzt. Eine smart gesteuerte Lüftungsanlage misst die Innentemperaturen im Haus und regelt die Nachtauskühlung im Sommer automatisch. Ziel ist es, ein gutes sommerliches Raumklima durch optimierte Fensterflächen in Verbindung mit einem außenliegenden Sonnenschutz und einer passiven Nachtauskühlung herzustellen.

Nach dem ersten Betriebsjahr hat sich das Energiekonzept bestätigt. Die sehr gute Wärmedämmung der Gebäudehülle, mit U-Werten unter 0,15W/(m²K) hat in der Verbindung mit der Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage die Grundlage für ein klimaneutrales Gebäude geschaffen. So trägt die neue Kita der Stadt Viernheim vorbildlich zum Klimaschutz bei. Mit einem Primärenergiebedarf von nur 39,6 kWh(m²a) gemäß Energieausweis liegt das Gebäude weit unter den Anforderungen an einen Neubau.

 

 

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