EnEV-Nachweis im Modulbau

Korrekte Werte beim EnEV-Nachweis sind Ehrensache

02. Oktober 2016

Für Modulgebäude muss, genau wie für Massivgebäude, ein EnEV-Nachweis geführt werden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass einem korrekten Nachweis für Modulgebäude mit Stahlrahmenkonstruktion andere Berechnungen zugrunde liegen als bei einem konventionellen Gebäude. Werden hier die gleichen Maßstäbe angenommen, entsteht ein verfälschtes, da geschöntes Ergebnis. Wir legen größten Wert darauf, unsere Nachweise aufbauend auf die für Modulbauten vorgeschriebenen Normen zu führen, damit sich Planer und Bauherren auf fehlerfreie Werte verlassen können.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt Bauherren bautechnische Standardanforderungen zum effizienten Betriebsenergiebedarf ihres Gebäudes oder Bauprojektes vor. Sie gilt für Wohngebäude, Bürogebäude und auch für bestimmte Betriebsgebäude aller Bauarten: Auch für Modulgebäude, die nicht nur kurzfristig im Einsatz sind, sondern als dauerhafte Gebäude genutzt werden, muss ein EnEV-Nachweis geführt werden. Wesentlicher Kennwert ist dabei immer der Wärmedurchgangskoeffizient, der sogenannte U-Wert, der den Wärmedurchgang aller an die Außenluft grenzenden Bauteile beschreibt. Er wird im Wesentlichen durch die Wärmeleitfähigkeit und die Dicke der verwendeten Materialien bestimmt, aber auch durch die Wärmestrahlung und Konvektion an den Oberflächen. Je geringer der Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils ist, umso besser ist seine Wärmedämmeigenschaft.

Generell werden U-Werte nach unterschiedlichen Normen berechnet. Die gängigste Methode zur Berechnung ist die DIN EN ISO 6946, die im Massivbau und auch für Holzständerbauweise gilt. Fälschlicherweise aber wird diese DIN in der Praxis oft auch auf Bauten mit Raummodulen angewendet – was zu eindeutig falschen, geschönten Ergebnissen führt. 

Warum? Kennzeichnend für die Modulbauweise sind Bauteile mit Stahlanteil. Die Tragkonstruktion der einzelnen Module besteht aus Stahlrahmen, die durch Stahlträger im Dach- und Bodenbereich sowie Stahl-Stützen und Aluminiumprofile im Außenbereich ausgefacht werden. Diese Bauteile werden im Fachjargon als „inhomogene Bauteile“ bezeichnet. Eine inhomogene Schicht zeichnet sich dadurch aus, dass dort in einer Ebene Materialien verschiedener Wärmeleitfähigkeit angeordnet sind, wie zum Beispiel Stahl und Dämmstoff. Die konstruktiven Bauteile in der Modulbauweise bestehen aus inhomogenen Schichten mit Stahlanteil, während im Massivbau Wände, Decken und Böden aus homogenen, einzeln aufeinander aufgebrachten Schichten ausgebildet sind. 

Auf die richtige DIN kommt es an: Der Anwendungsbereich der DIN EN ISO 6946 gilt für Bauteilkomponenten und Bauteile aus thermisch homogenen Schichten. Andere Fälle, in denen die Wärmedämmung von einer metallischen Schicht durchdrungen ist – wie beim Modulbau der Fall – sind ausdrücklich nicht Gegenstand dieser Norm. 

U-Werte von Bauteilen mit metallischer Durchdringung, die nach DIN EN 6946 berechnet werden sind daher definitiv nicht korrekt. Diese U-Werte dürfen nicht zur Bewertung der Bauteilqualität und damit nicht im EnEV-Nachweis angesetzt werden. Da es bei Bauteilen mit Metallanteilen aufgrund der höheren Wärmeleitfähigkeit des Metalls zu Wärmebrücken und damit zwangsläufig zu Energieverlusten kommt, muss der U-Wert hier um den sogenannten Wärmebrückenverlustkoeffizienten, den ψ-Wert, bereinigt werden. Er quantifiziert als Korrekturgröße den durch Wärmebrücken verursachten zusätzlichen Energieaufwand. Eine korrekte Berechnung kann bei Modulbauweise daher nur durch DIN EN ISO 10211 erfolgen, auch wenn das Ergebnis schlechtere Werte als bei der irreführenden Berechnung mit DIN EN ISO 6946 aufweist. Im Interesse des Bauherrn und der Umwelt legen wir größten Wert auf normgerechte Berechnungen, und schließt somit verfälschte und damit ungültige Ergebnisse bei EnEV-Nachweisen aus.

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