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Logistische Höchstleistung
„Zweites Leben“ für ein Bettenhaus



blogbild Um vor dem Hintergrund von Sanierung und Erweiterung einen wirtschaftlich ausgelasteten, reibungslosen Krankenhausbetrieb gewährleisten zu können, sind viele Betreiber auf Interimsbauten angewiesen. Mit Gebäuden in Modulbauweise können Bedarfslücken schnell, kostengünstig und qualitativ hochwertig gefüllt werden. Obwohl Modulbauten für die Dauernutzung konzipiert sind, bieten sie aufgrund ihrer Bauweise einen ganz entscheidenden Vorteil: Bei Bedarf können sie als „mobile Immobilien“ ihren Standort wechseln. Flexibel und langlebig leisten sie damit ihren ganz besonderen Beitrag zu Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit. Wie das ehemalige Bettenhaus des Städtischen Klinikums in Brandenburg, auf das ein Neubeginn in Oldenburg wartete.

Vier Jahre lang leistete das viergeschossige Modulgebäude in Brandenburg gute Dienste, bevor es im März 2012 demontiert und in 36 Raummodule zerlegt auf das Gelände des Evangelischen Krankenhauses in Oldenburg transportiert und dort wieder aufgebaut wurde. Was so einfach klingt, ist in Wahrheit eine logistische Höchstleistung, die nur durch viele parallel nebeneinander ablaufende Prozesse gemeistert werden kann.

„Die Grundlage eines reibungslosen Gebäude-Umzugs sind gut vorbereitete Ortstermine – sowohl auf der Abbaubaustelle, wie auch am neuen Standort“, verrät Klaus Schlopsna, Leiter Logistik bei ALHO. Denn im Vorfeld muss mit Bauleitern, Kranführern und Speditionsbetrieben detailliert geplant werden, wie Abbau und Abfuhr, Anlieferung, Zwischenlagerung und schließlich der Aufbau abgewickelt werden und welche Ausgangsbedingungen sich gegenseitig beeinflussen.

Größe und Gewicht der Module sind ausschlaggebend für die Tragkraft der Kräne und die Länge der Tieflader für den Transport. Auf den innerstädtischen Baustellen wie hier in Brandenburg und Oldenburg mussten daher die beengten Platzverhältnisse genau sondiert werden. Von der Festlegung, welche Straßen für die Dauer der Ab- und Aufbauarbeiten gesperrt, beziehungsweise an welcher zentralen Stelle die großen Autokräne feststehend installiert werden konnten, hing das Gelingen der gesamten Aktion ab. Von Bedeutung war außerdem, wie die örtliche Polizei die Absperrungen und Transporte aktiv unterstützt und wo die insgesamt acht, 28 Meter langenTieflader bis zum nächsten Nachteinsatz zwischengeparkt werden konnten. Denn: Ein Transport der Module bei Tage ist nicht erlaubt, zu groß sind die Einschränkungen und Gefahren für den Straßenverkehr.

Während in Oldenburg auf der Baustelle noch die Leitungen für die technische Versorgung verlegt und eine weiße Wanne als Fundament gegen drückendes Grundwasser betoniert wurde, liefen in Brandenburg die Abbauarbeiten bereits auf Hochtouren. Für den Abtransport mussten die äußeren Schweißnähte der einzelnen Module entfernt, Modulstöße getrennt und der eingebrachte Estrich im Fugenbereich gelöst sowie die Module transportsicher gemacht werden.

In fünf nächtlichen Transporten wurden die Module im Anschluss nach Oldenburg transportiert – acht Tieflader mit einer Fracht von jeweils einem Modul waren pro Nacht im Einsatz. Da die Reihenfolge der einzelnen Etagen beim Aufbau nicht vertauscht werden kann – also Erdgeschoss stets Erdgeschoss und Dachgeschoss stets Dachgeschoss bleibt – mussten die Module der Geschosse eins bis drei während des Erdgeschossaufbaus im Oldenburger Stadtgebiet ¬logisch sortiert zwischengelagert und sorgsam gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Ein altes Kasernengelände unweit des Krankenhausgeländes bot sich dafür an. Die Zeit des Zwischenlagerns konnte ALHO jedoch effektiv für die umfangreichen Umbauarbeiten, Austausch- und Instandsetzungsmaßnahmen an den Modulen nutzen.

Obwohl derlei Aufbau-, Umbau- und Abbauabläufe zum Alltag des ALHO-Teams gehören, kann immer Unvorhergesehenes eintreten. „Die Baustellen müssen permanent mit einer Bauleitung besetzt sein“, fasst ALHO Projektleiter Reinhard Löschau zusammen. „Kurze Entscheidungswege und schnelles Reagieren sind bei diesen Bauvorhaben das A und O“. Dass ALHO diese Organisation bestens beherrscht, bestätigt Hans-Jürgen Bethge, Architekt und Bereichsleiter Betrieb im Evangelischen Krankenhaus in Oldenburg: „Die logistische Abwicklung des Gebäudeumzugs zeigte deutlich die Professionalität von ALHO. Alle Schritte waren perfekt organisiert und wurden strukturiert koordiniert. Die Ansprechpartner waren kompetent und zuverlässig, was durchgehend eine sehr gute Zusammenarbeit gewährleistete“.

Der Grundriss des alten Bettenhauses wurde nicht 1:1 übernommen. Vier neue Module – direkt aus dem Werk in Morsbach nach Oldenburg transportiert – kamen hinzu. Dies unterstreicht die Flexibilität der ALHO-Modulbauweise, bei der auch die nachträgliche Erweiterung des bestehenden Modulgebäudes problemlos möglich war. In Oldenburg entstanden so 15 zusätzliche Bettenplätze. Im Erdgeschoss wurde eine neue, moderne Physiotherapiepraxis eingerichtet sowie zusätzliche WCs behindertengerecht in allen Etagen ausgebaut. Da der Modulbau direkt an den Bettenhaus-Altbau auf dem Oldenburger Krankenhausgelände andockt, konnte das externe Treppenhaus mit Aufzugsturm als Erschließung entfallen. Den Höhenausgleich zwischen den Geschosshöhen im Altbau und den Modulbaugeschossen überbrücken Stahlkonstruktionen. Alle Innenausbauarbeiten, neue Fußbodenbeläge oder auch Malerarbeiten wurden nach der Montage direkt vor Ort ausgeführt. Mit der neuen Dacheindeckung und einer umlaufenden Putzfassade offenbart sich das Bettenhaus weder als Modulbau noch als Interimslösung, sondern passt sich perfekt in die Krankenhausbebauung ein. Eine Qualität, die auch von den Patienten und Mitarbeitern im Gebäude sehr positiv bewertet wird. Für das Evangelische Krankenhaus in Oldenburg war die Entscheidung für eine „mobile Immobilie“ genau die richtige. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und mit der Möglichkeit, einem vorhandenen Modulgebäude an einem neuem Standort ein „zweites Leben“ zu schenken, sorgt auch der Aspekt einer nachhaltigen Ressourcenschonung für ein rundum gutes Gefühl.

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