Marvin Hornickel, Auszubildender



Vom 10.10.2016 bis 29.10.2016 besuchte ich das European College of Business and Management – kurz ECBM – in London. Im Rahmen der Ausbildung und durch die Unterstützung meines Ausbildungsbetriebes ALHO Systembau wurde mir eine ganz besondere Möglichkeit geboten.

Organisiert und vorgestellt wurde das Programm von der IHK Koblenz, durch die an unserer Berufsschule ein Vortrag gehalten wurde. Sofort begeistert, habe ich mich für diesen Kurs beworben. Nachdem feststand, dass der Kurs stattfinden würde, ging alles sehr zügig. Während eines Vortreffens lernte man schnell die 18 restlichen Gesichter kennen. Die Zeit in London habe ich mit 2 Mitschülern verbracht, da wir in dieselbe Gastfamilie eingeteilt wurden.

Ohne zu wissen, was mich erwartet, ging es dann Anfang Oktober in den Flieger Richtung London-Stansted. Nach einem einstündigen Flug und anschließender Zugfahrt mit dem Stansted Express kamen wir an der Liverpool Street Station, einem der größten Bahnhöfe Londons, an. Die Menschenmassen, die uns entgegenkamen, waren überwältigend. Da wir bereits ein paar Tage vor dem eigentlichen Start des Kurses angereist waren, hatten wir noch die Gelegenheit, London kennenzulernen. Aufgrund der großen Anzahl an Sehenswürdigkeiten haben wir uns u.a. dazu entschlossen, eine „Hop On Hop Off“ Tour mit einem Doppeldecker-Bus zu machen, welcher die bekanntesten Sehenswürdigkeiten abklappert.

Nachdem wir die ersten Tage in einem internationalen Hostel verbracht hatten, waren wir 3 Wochen bei einer Gastfamilie im Stadtteil Woodford untergebracht. In Woodford hatte man gar nicht das Gefühl, in London zu sein, obwohl es von dort nur ca. 25 min mit der U-Bahn zur Innenstadt dauert. Wir wurden sehr herzlich an der Tube Station empfangen. Unsere freundlichen Gasteltern zeigten uns direkt das Haus und unsere Zimmer und seitdem herrschte zu jeder Zeit ein freundlicher Umgangston miteinander. Jeder von uns hatte sein eigenes Zimmer, darüber hinaus durften wir ein eigenes Bad benutzen. Unsere Gastmutter bereitete jeden Morgen das Frühstück und jeden Abend das Dinner vor. Es hat wirklich an nichts gemangelt.

Am 10.10.2016 war es dann so weit. Der erste Schultag am „ECBM“, welches sich im relativ modernen Stadtteil Shordidge befindet. Das ECBM – European College of Business and Management – ist die Bildungsakademie der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer und bietet neben den sog. „PDP Kursen“ für Auszubildende auch berufsbegleitende Bachelor- und Masterstudiengänge an. Beginnend mit einer kleinen Einführung sowie einem College-Rundgang, stellten wir mithilfe von Präsentationen unsere Unternehmen vor und starteten anschließend direkt mit dem Unterricht, welcher innerhalb der 3 Wochen sehr abwechslungsreich gestaltet wurde. Neben wirtschaftsbezogenen Themen wie z.B. „Business Environment“, „Communication at Work“ und „Globalization“ machten wir auch Exkursionen zu den Law Courts, der City of London und den Docklands. Es wurde also nie langweilig, vor allem weil der Unterricht auch sehr kreativ und interessant zusammengestellt wurde. Unser Alltag bestand aus einem gutem Mix aus „Teacher talking“, Gruppenarbeit mit anschließenden Präsentationen und Diskussionen – und den zuvor bereits angesprochenen Exkursionen. Die Lehrer waren allesamt Meister ihres Fachs, stets freundlich und unterstützten uns immer bei Problemen. Außerdem konnte man, auch wenn man kein Muttersprachler ist, dem Unterricht gut folgen, da die Lehrer uns alle Themen auf eine sehr gute Art und Weise entgegenbrachten. Man brauchte also keine Angst vor dem ausschließlich englischsprachigen Unterricht zu haben. Zusätzlich hatten wir jeden Tag nach dem Unterricht Zeit, eine Vielzahl an Computern sowie die Bibliothek zu nutzen, um an unserem Projekt zu arbeiten, welches zum Abschluss vorgestellt werden musste. Aus einer Vielzahl an Themen wie z.B. dem britischen Wirtschaftswachstum, dem Währungskurs sowie dem Londoner Tourismus konnten wir uns eins aussuchen und dieses selbstständig bearbeiten. Anhand einer ca. 15 minütigen Präsentation wurde dieses dann gegen Ende des Kurses einer Kleingruppe vorgestellt. Dies war aber nur ein Teil der Prüfungen, da wir zusätzlich noch schriftliche Tests über den gesamten Unterrichtsstoff ablegen mussten. Abschließend musste eine schriftliche Ausarbeitung über das eigene Projekt angefertigt werden, die ein paar Wochen nach unserem Auslandsaufenthalt abgegeben werden musste.

Den restlichen Tag sowie am Wochenende konnte man ganz getrost die britische Hauptstadt erkunden und kennenlernen. Es bietet sich an, eine so genannte „Oyster-Card“ zu kaufen, um mit dieser die Tube und auch Busse unbegrenzt nutzen zu können. Innerhalb unseres Kurses haben wir schnell Kontakte geknüpft und waren so gut wie immer zusammen unterwegs. Klar – 3 Wochen reichen lange nicht, um alle versteckten Ecken von London zu entdecken, trotzdem haben wir das Beste draus gemacht und so viel wie möglich angesteuert. Ich hatte außerdem die Möglichkeit, ein Champions-League-Spiel im Emirates Stadium zu gucken, was mein kleines persönliches Highlight war. Man kann sagen, dass London, aufgrund der kulturellen Vielfalt und der unbegrenzten Möglichkeiten, für jeden etwas zu bieten hat.

Um es kurz zu fassen – es war top! Trotz massenhaft überfüllter U-Bahnen, oftmals schlechtem Wetter und der ungewöhnlichen Eigenschaft, beim Bierzapfen die Schaumkrone wegzulassen, war es in jeglicher Hinsicht eine Bereicherung. Man wird selbstständiger, sicherer im Umgang mit der englischen Sprache und lernt sich selbst besser zu organisieren. Zudem hat man die Möglichkeit, jeden Tag eine neue Seite von London kennenzulernen.