ALHO erhält als erster Hersteller eine allgemeine Bauartgenehmigung F60 für seine Stahlmodulbauweise
Die neue allgemeine Bauartgenehmigung (aBG) F60 bescheinigt der ALHO Stahlrahmenmodulbauweise eine Feuerwiderstandsdauer von 60 Minuten und ermöglicht es erstmals, Bauvorhaben der Gebäudeklasse 4 in dieser Bauweise ohne zusätzliche Einzelzulassung zu realisieren. Genehmigungsverfahren werden deutlich vereinfacht.
Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilte die Genehmigung am 20. August 2026 unter der Nummer Z-19.33-2761. Sie gilt für das Bauprodukt „Stahlrahmen-Modul“ und regelt zugleich die Bauart, mit der mehrere Raummodule zu einem dauerhaft nutzbaren Gebäude zusammengefügt werden. Damit sind wir der erste Hersteller im Stahlmodulbau mit einer Systemzulassung für die Feuerwiderstandsklasse F60. Für kommunale Bauvorhaben mit erhöhten Brandschutzanforderungen liegt somit ein bauaufsichtlich anerkannter Nachweis vor.
Vorreiter im Stahlmodulbau
Mit der aBG F60 haben wir einen strategisch wichtigen Meilenstein erreicht. Die Systemzulassung vereinfacht Genehmigungsverfahren bundesweit erheblich und gilt erstmals auch für Gebäude der Gebäudeklasse 4. Die Prüfanforderungen wurden von unseren Modulen und der Bauart sogar übertroffen.
Die ALHO Systembau erarbeitete die technischen Nachweise für seine Bauart weitgehend selbst – von der Tragwerksplanung über die Bauphysik bis zum Brandschutz. Lediglich die abschließende Prüfung erfolgt durch eine unabhängige, neutrale Stelle.
Mehr Planungs- und Rechtssicherheit
Für Kommunen und die Wohnungswirtschaft entfällt im Geltungsbereich der aBG F60 die vorhabenbezogene Bauartgenehmigung (vBG). Die geprüfte Bauart kann dort grundsätzlich ohne zusätzliche projektspezifische Nachweise oder Einzelfallzulassungen eingesetzt werden. Das reduziert den Aufwand in den bauaufsichtlichen Verfahren, erleichtert die Nachweisführung und schafft mehr Sicherheit bei der Bauabnahme.
Da die aBG F60 erstmals auch für die Gebäudeklasse 4 gilt, können Bauwerke bis zu einer Höhe von bis zu 13 Metern realisiert werden. Je nach Geschosshöhe entspricht das Gebäuden mit bis zu vier Geschossen. Damit erweitert sich der Anwendungsbereich auf eine deutlich größere Zahl kommunaler Bauvorhaben. Zudem lassen sich Planung und Ausführung noch verlässlicher steuern sowie die Termin- und Kostensicherheit steigern.
Neu: aBG F30 für die Holzhybridbauweise
Parallel dazu wurde die bestehende aBG F30 (Z-19.33-2736 vom 21. August 2026) um die ALHO-Holzhybridbauweise erweitert. Bei dieser Bauart wird die Stahlrahmen-Konstruktion mit Decken- und Wandelementen aus Holz kombiniert. Der Stahlrahmen übernimmt die primäre Tragfunktion, ermöglicht große Spannweiten bei schlanken Querschnitten sowie eine hohe Präzision im seriellen Fertigungsprozess. Die Holzbauteile fungieren als raumbildende Elemente und tragen maßgeblich zur Reduktion der CO₂-Emissionen bei.
Schneller bauen mit Modulbau
Die Raummodule werden witterungsunabhängig im Werk vorgefertigt. Dadurch lassen sich hohe Qualitätsstandards gewährleisten und eine schnelle Montage vor Ort ermöglichen. Parallel dazu können die Arbeiten auf der Baustelle beginnen. Dadurch verkürzt sich die Gesamtbauzeit im Vergleich zu konventionellen Bauweisen um bis zu 70 Prozent.
Mit der neuen aBG F60 für die Stahlrahmenmodulbauweise lassen sich künftig mehrgeschossige Schulen, Kindergärten, Pflege- und Verwaltungsgebäude sowie Wohnraum wirtschaftlich und termingerecht realisieren. Der standardisierte Modulbau ermöglicht zugleich eine projektspezifische Planung.
Auch bei verändertem Bedarf können die Gebäude erweitert, aufgestockt, umgebaut oder zurückgebaut werden. So können Kommunen schneller auf wachsende Bevölkerungszahlen, veränderte Betreuungsbedarfe oder neue Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur reagieren. Die ressourceneffiziente und flexible Bauweise unterstützt somit eine zukunftsfähige und verantwortungsvolle Stadt- und Quartiersentwicklung.
Der nächste Schritt: aBG F90
Die aBG F60 basiert auf demselben Grundprinzip wie die aBG F30. Für den Feuerwiderstand wurden lediglich die Materialparameter angepasst. Darüber hinaus arbeiten wir bereits konkret an der Erweiterung der Zulassung für die F60-Holzhybridbauweise sowie der F90-Zulassung für die Stahlmodulbauweise.
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