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73 Module, nur 18 Wochen Bauzeit: Der Erweiterungsbau der IGS Europa in Mainz.
Die Landeshauptstadt Mainz hat letzten Freitag den Erweiterungsbau der Integrierten Gesamtschule Europa (IGS Europa) in Mainz-Hechtsheim feierlich eröffnet. Das viergeschossige Gebäude bietet auf rund 3.860 Quadratmetern Bruttogeschossfläche Raum für moderne Lernräume für rund 300 Schülerinnen und Schüler. ALHO hat es als Generalunternehmer in Stahlmodulbauweise errichtet. Zwischen Auftragserteilung und Übergabe lagen acht Monate, die reine Bauzeit betrug lediglich 18 Wochen. Damit ist die IGS Europa Mainz der wahrscheinlich schnellste Schulneubau Deutschlands. Die Investition der Landeshauptstadt beläuft sich auf rund 15 Millionen Euro.
Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres eröffneten Oberbürgermeister Nino Haase, Kultur- und Schuldezernent Ata Delbasteh und Schulleiter Valeriano Sierra Haupt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der ALHO Systembau GmbH den Erweiterungsbau mit einem symbolischen Banddurchschnitt.
Heute weihen wir die wohl schnellste Schule Deutschlands ein. Und ausnahmsweise geht es nicht um eine Bestzeit auf dem Sportplatz. In nur 18 Wochen ist ein modernes Schulerweiterungsgebäude für rund 300 Schülerinnen und Schüler entstanden. Das zeigt: Mainz kann Schulbau im Rekordtempo, pünktlich zum Schulstart und ohne Abstriche bei Qualität und Ausstattung.
Die Planungsphase begann im Frühjahr 2025: Zunächst erarbeiteten die Stadt, das Architekturbüro Kristein & Richmann, die Schulleitung und die Schulbehörde gemeinsam den Raumbedarf. Anschließend übertrug das Planungsbüro Plan C Consult die Vorplanung auf das Raster der Modulbauweise und erstellte die funktionale Leistungsbeschreibung. Parallel dazu liefen die baurechtlich erforderlichen Voruntersuchungen. Im Dezember erhielt das Familienunternehmen ALHO im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag.
Bereits zehn Wochen nach Auftragserteilung begann die Produktion in der ALHO Raumfabrik im rheinland-pfälzischen Friesenhagen. In rund vier Wochen entstanden 73 Module mit einem Vorfertigungsgrad von rund 70 Prozent, witterungsunabhängig hergestellt und fertig für die Montage. Die einzelnen Raummodule sind rund 15 Meter lang, 3,50 Meter breit und 4,05 Meter hoch. Die schwersten von ihnen, darunter die Treppenmodule, wiegen bis zu 25 Tonnen. In nur elf Arbeitstagen wurden alle 73 Module angeliefert, positioniert und verbunden, im Schnitt sechs bis sieben pro Tag. Da die Montagetage nahezu vollständig in die Osterferien fielen, kam der betriebsamste Abschnitt der Baustelle zum Abschluss, bevor der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde.
Der neue, viergeschossige Erweiterungsbau bietet modern ausgestattete Lernräume für rund 300 Schülerinnen und Schüler. Er ist ein Beispiel dafür, was mit seriellem Modulbau heute möglich ist. Der Neubau befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden Schulgebäude der IGS Europa. Eine neu gestaltete Außenanlage verbindet Alt- und Neubau zu einem Ensemble. Die Fassade greift mit farblichen Akzenten die Farben des Schullogos auf, während die Südfassade begrünt ist. Im Inneren prägen großzügige Fensterflächen die Atmosphäre. Sie wurden bereits vollständig im Werk montiert und sorgen für viel Tageslicht sowie Sichtverbindungen zwischen den Räumen.
Neben klassischen Unterrichtsräumen sieht das pädagogische Konzept der IGS Europa Gemeinschaftsflächen und kleinere, abgeschlossene Bereiche für den individuellen Austausch vor. Lange Flure sind durch Funktionsmöbel und raumteilende Festeinbauten unterteilt und aufgelockert. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei: Der stufenlos erreichbare Haupteingang ist mit Automatiktüren ausgestattet, ein rollstuhlgeeigneter Personenaufzug erschließt alle Geschosse und kontrastreiche Markierungen erleichtern sehbehinderten Menschen die Orientierung.
Der Neubau erfüllt die energetischen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Die Beheizung erfolgt über Fernwärme. Eine raumlufttechnische Anlage übernimmt die Lüftung und Kühlung. Außenliegender Sonnenschutz ergänzt den sommerlichen Wärmeschutz. Da die Innenwände aufgrund der Stahlrahmenmodulbauweise nicht tragend sind, bleibt das Gebäude jederzeit flexibel: Es lässt sich bei verändertem Bedarf erweitern, aufstocken oder für andere Zwecke umnutzen.
Der Erweiterungsbau schafft nicht nur dringend benötigte Schulplätze, sondern auch moderne, helle und barrierefreie Lernräume. Damit erhält die wachsende IGS Europa beste Voraussetzungen für gemeinsames Lernen und individuelle Förderung.
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